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Montag, 25. Januar 2021

Esther´s Waldgeflüster - Und die Welt ist wüst und leer

Und die Welt ist wüst und leer

 

Mein Lieblingsinfluencer ist nach Afghanistan berufen worden. Fast schon beneide ich ihn, weil er die Gefahren, die da lauern, tagtäglich mit bloßem Auge erkennen kann. Und tauschen möchte ich nicht mit ihm.

Jedoch, seitdem Volker R. Quante auf seinen Teppichen den Ritt angetreten ist, erfüllt mich eine tiefe Trauer, wenn ich Instagramm öffne. Ich sehe keine Teppiche mehr, zähle nicht die Sternchen, die für ein Bier vergeben wurden, sondern gucke auf Dosen, Dosen, Titten, Titten, Dosen an und zwischen Titten, und langweile mich.

Bin ich die einzige, die keine Lust hat, regelmäßig austauschbare Bildchen zu sehen? Bin ich der einzige Mensch, der es inzwischen wirklich langweilig findet, wenn eine Bierdose am Elbufer, auf dem Wasser, im Wasser und an der Brücke fotografiert wird.

Die Bierfotomotive sind sehr austauschbar  geworden und wer nichts, wirklich nichts außer dem Namen dazuschreibt, vergibt keine Botschaft an mich. Hej, Instagrammer, ich will Sprache und nicht Bildchen. Um es noch mal zu verstärken: Instagramm für Bier ist so langweilig wie Pornographie.

Kürzlich fotografierte ich immer die gleiche Pfütze an 12 aufeinanderfolgenden Tagen. Jeden Tag waren es mehr als 20 Likes. Warum? Die meisten machen es wie ich: Wischen bis die Schulter schmerzt und immer mal liken, weil man ja Freunde unterstützt.

Der Volker hingegen, der schaffte es mindestens einmal pro Woche einen Brunnenbraeu Blogtext abzugeben und seine Newsletter monatlich zu machen und dann die vielen Texte und Kommentare. Manche Leute machen eben mehr aus ihrem Leben und stehen auch früher auf als ich.

 

Wie ich es auch drehe und wende, ein nur digitales Leben ist mit immer wiederkehrenden Bildmotiven langweiliger. Es fehlen die Biergespräche, die zwar nichts verändern, jedoch ein Aufbäumungsversuch mit einem Kater am nächsten Morgen sind.

 

Darauf ein Starkbier, das zwar auch nicht hilft, aber zumindest schmeckt. Ein Gutes Starkbier zu produzieren ist anerkennenswert. Wenn die Schokoladen- mit den Beerenaromen kopulieren und die Nase sich vor Begeisterung überschlägt, wenn die Wärme des Alkohols so leise in die Blutbahnen geht, dann fasst der Mensch Mut und freut sich auf den kommenden Homeofficetag, auf den Katerjammer und sagt sich: Gemeinsam sind wir stark! Cheers!

Cheers Afghanistan, wo es auch Bier gibt, aber rationiert und nie in der Stärke eines Rochefort 10.

 

Esther Isaak
zum Buch Unser täglich Bier gib uns Heute....

zur Seite von Volker R. Quante
Instagram.com/brunnenbraeu/

zu den Starkbieren




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Kommentare (1)

C
Vor 3 Jahren | elbgold
Bierstark

Esther,  ich wusste es. Du bist die geborene Kolumnistin. Weiter so. Ich bin gespannt. Bierlaunige Grüsse von ostelbischen Ufern!